Änderungen der hirnelektrischen Aktivität bei haptischer Reizverarbeitung


(M. Grunwald)

 

Die Analyse hirnelektrischer Aktivitätsänderungen während perzeptiv-kognitiver Anforderungen, die durch das EEG (Elektroenzephalogramm) erfassbar sind, erlaubt unter Vorbehalt den Rückschluss auf zugrunde liegende biologische Mechanismen von Wahrnehmung und Denken. Aufgrund dieser Möglichkeit wurden in der Vergangenheit vereinzelt EEG-Studien zur kortikalen Aktivierung während haptischer Reizverarbeitung durchgeführt. EEG-Studien zur Verarbeitung passiv-taktiler Reize erfolgten im Vergleich wesentlich häufiger, was u. a. durch die relativ einfache Gestaltung der experimentellen Anordnungen bedingt ist. Untersuchungen der hirnelektrischen Aktivität während haptischer Anforderungen müssen dagegen eine Reihe von methodischen Problemen bewältigen, wie z. B. die Artefaktkontrolle durch Körperbewegungen oder die Kontrolle systematischer Bedingungsvariation im Experiment. Die Ziele der vorliegenden EEG-Studien zur Beschreibung und Analyse psychophysiologischer Prozesse im Rahmen der haptischen Reizverarbeitung werden somit nicht zuletzt durch die realisierten experimentell-haptischen Settings bestimmt. Darüber hinaus zeigen die Fragestellungen der einzelnen Untersuchungen, dass diese nicht unter einer generellen Zielstellung zusammengefasst werden können. Vielmehr werden Einzelaspekte und Problemstellungen bearbeitet, die jedoch für das Verständnis der Prozesseigenschaften der haptischen Wahrnehmung von Bedeutung sind. Im Folgenden soll hierzu der Forschungsstand referiert und eigene Ergebnisse in die Diskussion eingebracht werden.

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[S. 61-76]

 


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